Der Erde gut zuhören

Hier dokumentieren wir einen Kommentar von Sandro Furlan
in den Weinheimer Nachrichten vom 28. März 2020

Der Erde gut zuhören

Earth Hour: In vielen Teilen der Welt wird heute Abend zwischen 20.30 und 21.30 Uhr das Licht ausgeschaltet. Es ist eine regelmäßig stattfindende, große Klima- und Umweltschutzaktion, Ziel ist es, gemeinsam ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz zu setzen. Es ist die Stunde der Erde und soll zeigen, dass wir uns alle besser um unseren Planeten kümmern müssen.

Wer es bis jetzt noch nicht bemerkt hat: Die Erde spricht gerade mit uns und alles, was wir tun müssen, ist gut zuzuhören. Wir leben seit Jahren auf der Überholspur, es geht immer höher, schneller und weiter, eine gute Performance geht einher mit immer mehr Umsatz und immer mehr Profit. Die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur schreitet voran, vieles wird im Überfluss produziert; vor allem dort, wo es in dieser Masse gar nicht benötigt wird. Wenn man der Erde nun aufmerksam zuhört, dann wird einem bewusst, wie zerbrechlich alles ist. Vermeintlich Wichtiges wird plötzlich ganz klein, bislang Unwichtiges taucht aus der Versenkung des Bewusstseins auf. Die Erde erzählt nicht nur, sie schreit förmlich ihren Schmerz heraus. Sie führt uns deutlich vor Augen, dass wir Menschen nur winzig kleine Sandkörner im Universum sind und uns als Gast auf diesem Planeten bislang ganz schön danebenbenommen haben. Covid-19 ist für die Erde daher eine Art Reset-Knopf und sollte das auch für uns sein. Denn wir können es sicherlich besser: gemeinsam, solidarisch und vor allem mit etwas mehr Weitsicht. sf ©WNOZ