Ein gewolltes „Weiter so“

Ein Leserbrief von unserem Mitglied Jürgen Gulden in den Weinheimer Nachrichten vom 3. Mai 2021

Breitwiesen: Manche lernen es nie. Ich dachte bisher, in der Kommunalpolitik würden nicht die gleichen Fehler gemacht wie in der Landes- und Bundespolitik. Leider war dies ein großer Irrtum. Wenn ich nun sehe, dass in dem neuen, erst kürzlich offengelegten Regionalplan das Gewann „Breitwiesen“ weiter als weiße Fläche (Flächenreserve) ausgewiesen ist, dann glaube ich, dass unsere Politiker nichts dazugelernt haben.

Auch wenn die rechtliche Bindungsfrist des Bürgerentscheids, in der das Gebiet Breitwiesen nicht angetastet werden durfte, vorbei ist, so meine ich, dass das Votum der Weinheimer Bürger eindeutig ist. Ich bin auch der Meinung, dass das Gebiet nach dem für die Stadt Weinheim und den damaligen Oberbürgermeister Bernhard klar verlorenen Bürgerentscheid sofort wieder als Ackerland hätte ausgewiesen werden müssen. In allen Gremien, die dies dann weiterführend hätten beschließen können, hat die Stadt Weinheim ja ihre Vertreter sitzen, auch im Regionalverband, der über den Regionalplan beschließt. Nur muss dies dann auch gewollt sein. Da fehlt mir aber der Glaube. Wenn sich die Politik nur nach dem Geld orientiert und nicht nach den Bedürfnissen der Menschen, dann brauchen sich die Politiker nicht zu wundern, wenn derzeit so viele Menschen auf die Straße gehen. Denn der Schutz von Umwelt, Klima und Boden kommt bei Politikern nur als Sprechblasen vor.

Weinheim braucht die Äcker und Grünflächen westlich der B 3 dringender denn je – für die Erholung der Menschen, für die Landwirtschaft, als Kaltluftentstehungsfläche für das Klima in der Stadt. Von diesen Flächen soll die Stadt endlich die Finger lassen. Breitwiesen muss als landwirtschaftliche Vorrangfläche ausgewiesen werden. Oder wollen Verwaltung und Gemeinderat unser Weinheim noch mehr mit Beton zupflastern? Davon haben wir schon genug. Beton kann man nicht essen, die Produkte der Weinheimer Bauern schon.