Hervorgehobener Beitrag

Film-Matinée zum Flächenfraß

Filmmatinée: Sonntag, 8. Dezember – 11 Uhr im Modernen Theater

Am 5. Dezember ist Weltbodentag. Die Internationale Bodenkundliche Union hat ihn im August 2002 ausgerufen, um jährlich ein Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden zu setzen.Aus diesem Anlass zur einer Filmmatinée am Sonntag, dem 8. Dezember um 11 Uhr ins Moderne Theater in Weinheim (Haupstr. 61) eingeladen, in deren Rahmen der Film „KEIN SCHÖNER LAND“ der Pfullingerin Sabine Winkler gezeigt wird. Der Eintritt ist frei.Der Film zeigt, welche Auswirkungen der stetige Flächenverbrauch hat.Sabine Winkler wird eine Einführung zu ihrem Film geben, und anschließend für Fragen zur Verfügung stehen.Veranstalter sind die  Bürgerinitiative Breitwiesen, der Bauernverband, beide dem Bundesbündnis Bodenschutz zugehörig, sowie der Verein Landerlebnis. Regionale Landwirte präsentieren ihre  Erzeugnisse von hiesigen Feldern.

Trailer zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=vHHN9VTZ7sY

Hervorgehobener Beitrag

Demo am 2. März 2019 in Bensheim – 12 Uhr

Bürgerinitiative Breitwiesen: Gemeinsam für Flächenerhalt

Beton kann man nicht essen

Die Bürgerinitiative für ein lebenswertes Neu-Eichenberg „NEB bleibt ok!“ ruft zu einer Demonstration am Samstag, dem 2. März 2019 in Bensheim, dem Firmensitz der Dietz AG , auf. Start ist um 12 Uhr am Bahnhof Bensheim. Die Bürgerinitiative „Breitwiesen“ Weinheim unterstützt die Initiative aus Hessen, bei der es ebenso um den Erhalt landwirtschaftlicher Flächen geht wie in Weinheim.

Seit Monaten kämpft „NEB bleibt ok!“ gegen die Versiegelung von 80 ha fruchtbarstem Ackerboden. Auf diesen ist ein riesiges Logistikzentrum inmitten kleiner Dörfer in der Ökomodellregion des Werra-Meißner-Kreises geplant. Investor ist die Dietz AG in Bensheim. Die Bürgerinitiative hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres zu einer Demonstration an der betroffenen Ackerfläche aufgerufen, an der sich ca. 1000 Leute beteiligten.

Böden als Lebensgrundlage wahrzunehmen und zu schützen sei überfällig, so Ingrid Hagenbruch Sprecherin der Bürgerinitiative Breitwiesen, Weinheim. Dennoch geht in den meisten Gemeinden die Zerstörung unserer fruchtbaren Böden stetig weiter.

Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen, die für den Erhalt unserer Böden und Landschaft eintreten, sind herzlich eingeladen, gemeinsam ein Zeichen zu setzen.

Die Demo beginnt am Samstag 02. März 2019, Start 12 Uhr am Bahnhof Bensheim.

www.beton-kann-man-nicht-essen.de

Einspruch zum Regionalplan – Muster

Bitte nutzen Sie die Möglichkeit, beim Regionalverband Einspruch zum weiteren Flächenfraß einzulegen.

Sie dürfen dazu gerne dieses Musterschreiben verwenden.

Hier finden Sie den Artikel aus den Weinheimer Nachrichten vom 03. Mai 2021 mit weiteren wichtigen Informationen.

An den
Verband Region Rhein-Neckar
M1, 4-5
68161 Mannheim

beteiligung-regionalplan@vrrn.de

Datum

Entwurf Regionalplan

Einspruch

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich Einspruch gegen den Regionalplanentwurf Rhein-Neckar ein.

Der Regionalplanentwurf sieht die Versiegelung großer Landwirtschaftsflächen vor.

Er berücksichtig dabei nicht, daß diese Landwirtschaftsflächen zwingend für die regionale Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse erforderlich sind. Durch eine weitere Versiegelung der Anbauflächen wird der Selbstversorgungsgrad, der sowieso schon sehr gering ist ( Obst 22 %, Genüse 36%), noch weiter verringert und macht weitere Importe aus dem Ausland nötig.

Dies ist nicht geeignet, Klimaafreundlichkeit überhaupt erst herzustellen.

Die Verpflichtung, Auswirkungen auf die Klimaentwicklung bei der Erstellung von zukunftsweisenden Planungen zu untersuchen und berücksichtigen, ist von dieser Regionalplanung nicht erfüllt und entspricht somit nicht den Vorgaben des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz.

Mit freundlichen Grüßen

Fragen an die Landtagskandidatinnen und – kandidaten

Die BI-Breitwiesen hat Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis Weinheim-Schriesheim-Ladenburg angeschrieben. Wir wollten wissen, wie diese zum Bodenschutz stehen.

-> Hier finden Sie unseren Brief

und hier die erhaltenen Antworten in der Reihenfolge des Eingangs bei uns

FDP

klimalistebw

DieLinke

SPD

GRÜNE

CDU

und hier ist der Bericht dazu in den Weinheimer Nachrichten

„Hintere Mult“ im Haushaltsplan 2021

Offener Brief an die Stadtratsmitglieder

Aufwendungen für Umlegung und Erschließung Hintere Mult

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Verein „Bürgerinitiative Breitwiesen“ sieht mit großer Sorge, dass bereits 2021 Ausgaben von ca. 0,5 Mio. € für die Erschließung der „Hinteren Mult“ getätigt werden sollen.
Damit soll noch in diesem Jahr der Einstieg in Aufwendungen von über 10 Mio. Euro beginnen, d. h., es werden weitere Schritte in eine zusätzliche Verschuldung eingeleitet.

Immerhin ist die Forderung des Regierungspräsidiums nach transparenter Darstellung im Haushalt zu begrüßen, denn damit wird grundsätzlich besser überprüfbar, ob sich Gewerbegebiete jemals amortisieren.

Gleichwohl sei daran erinnert, dass in der aktuellen Situation alle Ausgaben auf den Prüfstand müssen und alle denkbaren Möglichkeiten zu nutzen sind, um Einsparungen zu erzielen.
Aufwendungen, die nicht unbedingt erforderlich sind und die zu weiterer Verschuldung führen – ob als kreditähnliches Rechtsgeschäft oder innerhalb des Haushalts – passen nicht in diese Zeit.

Wir erinnern ferner daran, dass die Entwicklung des Gewerbegebiets Bergstraße-Langmaasweg noch nicht abgeschlossen ist und der Haushalt auch dadurch belastet wird. Dieses neue Gewerbegebiet ist noch nicht vermarktet und besiedelt, es sprudeln somit auch keine Einnahmen. Ob und in welcher Höhe tatsächlich jemals nachhaltig Einnahmen erzielt werden, sei es aus Grundstücksverkäufen oder aus Gewerbesteuer, ist völlig ungewiss. Darüber hinaus ist die Gewerbesteuer die Einkunftsart, die am ehesten wegbricht, wie das derzeit der Fall ist.

Sicher ist dagegen, dass die Felder und Äcker der Hinteren Mult durch die jetzt vorgesehenen Erschließungsmaßnahmen zerstört würden, dies, obwohl die rechtliche Situation noch nicht geklärt, das Normenkontrollverfahren nicht abgeschlossen ist.

Es ist also kein nachvollziehbarer Grund ersichtlich, warum bereits in diesem Jahr Ausgaben für ein weiteres Gewerbegebiet getätigt werden sollten. Offenbar wird hier weder die Pandemiesituation noch deren Auswirkungen beachtet. Die weitere Entwicklung ist schlicht nicht absehbar.

Bedenken Sie bitte auch, dass etliche Eigentümer kleinerer Grundstücke in der Hinteren Mult zum Verkauf an die Stadt Weinheim gedrängt werden, weil sie keine flüssigen Mittel besitzen, um ein Zuteilungsgrundstück zu erwerben.
Sie hätten gerne das Ackerland für die weitere Bewirtschaftung behalten. Dies läge im Interesse der Allgemeinheit, sie behält dann die Kaltluftentstehungsfläche und das Erholungsgebiet.

Bitte fragen Sie sich: Ist der Beginn der Erschließung der Hinteren Mult wirklich im Jahr 2021 notwendig? Müssen aktuell in dieser unsicheren Zeit wirklich weitere neue Gewerbeflächen „auf der grünen Wiese“ entwickelt werden, obwohl noch ein Gewerbegebiet zur Vermarktung ansteht?

Wie das Gewerbeflächen-Monitoring ergab, sind noch viele Flächen für Unternehmen und Betriebe im Bestandsgebiet frei, auch wenn diese nicht alle sofort verfügbar sind – das ist die Hintere Mult auch nicht.

Die weitere Verschuldung der Stadt vor diesem Hintergrund und angesichts der vielen Unwägbarkeiten kann nicht im Interesse der Bürgerinnen und Bürger liegen.

Wir bitten Sie daher, verantwortungsvoll mit den Finanzen der Stadt umzugehen. Eine gute Möglichkeit ist es, die Aufwendungen für Umlegung und Erschließung des Gebiets „Hintere Mult“ in der jetzigen Situation zurückzustellen.


Ingrid Hagenbruch – Vorsitzende der BI Breitwiesen

Boden –unsere meist unterschätzte Ressource

Die BI Breitwiesen e.V. Weinheim ist Mitglied im Bundesbündnis Bodenschutz und solidarisiert sich mit Bürgerinitiativen, Naturschutz- und Bauernverbänden, um das Bewusstsein für Boden als schützenswerte Ernährungs- und Lebensgrundlage zu wecken und regionale Fehlentwicklungen zu verhindern. Sie appelliert an die kommunalen Entscheidungsträger den Flächenverbrauch konsequent zu stoppen, denn der Erhalt unserer Felder und Wiesen ist lokaler Klimaschutz.

Anlässlich des Weltbodentags am 5. Dezember erinnert der Verein BI Breitwiesen e.V. an das dringend erforderliche Umdenken beim Bodenverbrauch und mahnt die Politik ihre Zusagen zum Bodenschutz einzuhalten. Der Weltbodentag geht auf die Vereinten Nationen zurück, die seit 2005 auf die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden aufmerksam machen.

In Weinheim fordern Vertreter aus dem Klimaschutzbündnis, BI Breitwiesen, Naturschutz- und Bauernverband gemeinsam in ihrer diesjährigen Aktion:   Bodenschutz statt Betonschmutz.

„Boden hat keine Kulleraugen oder kuscheliges Fell – dennoch braucht er unseren Schutz mehr denn je“, stellt Uwe Rastetter, Vorstandsmitglied bei BI Breitwiesen e.V., fest. „Unversiegelter Boden ist höchst lebendig und nimmt zahlreiche für uns lebensnotwendige Funktionen wahr“, ergänzt Siegfried Demuth, BUND.

Fritz Pfrang, Karl Bär und Stefan Müller vom Bauernverband: „Statt Regenwälder für Nahrungsmittel abzuholzen und Unmengen CO2 freizusetzen, ist es besser Lebensmittel auf unseren Äckern zu produzieren.“ Gute Böden sind die Basis regionaler Lebensmittelversorgung und durch ihre Filterwirkung elementar wichtig für sauberes Grund- und Trinkwasser. Ohne Böden keine Artenvielfalt. Zugleich sind sie der größte CO2-Speicher, der die Erde lokal und global vor Erhitzung schützt.

Aller Erkenntnisse zum Trotz werden unaufhörlich weitere Böden als Bebauungsgebiete „entwickelt“. Mit positiv anmutenden Begriffen wie „Flächenentwicklung“ und „Gewerbepark“ wird verschleiert, dass es um Zerstörung natürlicher Ressourcen geht. Eine der Folgen: Das ohnehin rare Regenwasser kann nicht mehr ausreichend vom Erdreich aufgenommen werden, der Grundwasserspiegel sinkt, Wurzeln vertrocknen. Zudem entstehen im Sommer auf Versiegelungsflächen mitunter Temperaturen von über 70 Grad. Sie wirken wie Heizstrahler auf Mensch, Tier und Pflanze Das gilt für versiegelte Privatgrundstücke und Schottergärten ebenso wie für viele Gewerbegebiete. Um dies zu stoppen, braucht es Kaltluftentstehungsflächen wie Felder, Wald und Wiesen, Flächen wie die Hintere Mult und die Breitwiesen. Der rasante Bodenverbrauch für Verkehrs- und Siedlungsflächen in der Region ist nicht nur ein für jeden sichtbares und nicht mehr verdrängbares Umweltproblem. Meist wird dabei verschwiegen, dass Flächenverbrauch hohe Infrastruktur- und Folgekosten nach sich zieht, die letztlich alle Bürger belasten, stellt Dr. Bernd Hagenbruch fest. Beispiele solcher Art einseitiger Wirtschaftsförderung, die weiteren Boden zerstört, finden sich leider an der Bergstrasse genug: in Weinheim, in Hirschberg und jüngst in Hemsbach. So tragen auch Städte und Gemeinde in unserer Region dazu bei, dass der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland immer noch so groß wie 90 Fußballfelder ist. Das entspricht dem Doppelten dessen, was sich die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie 2002 für das Jahr 2020 auf die Bundesfahne geschrieben hatte, mahnen die Bodenschützer.

Fotoaktion zum Weltbodentag am 5.12.2020

Am 5. Dezember ist Weltbodentag: Ein Tag für unsere meist unterschätzte Ressource

Das große Erwachen nimmt Fahrt auf: Weltweit haben Entscheider in Politik und Wirtschaft das Abwiegeln beendet und begreifen allmählich, dass es Ernst ist in Sachen Klimaschutz. Im Schatten der spektakulären Bilder brennender Landschaften und schmelzender Eisflächen anderswo auf dem Planeten aber geht vor unseren Haustüren ein Raubbau weiter, der nicht weniger Aufmerksamkeit verdient: Die großflächige Versiegelung unserer Böden für neue Siedlungen, Verkehrs- oder Gewerbefläche.

Mit der leichtfertigen Zerstörung wertvoller Böden schaffen wir Fakten, die nicht wieder gut zu machen sind. Seit 1992 haben wir in Deutschland allein 1,35 Mio ha landwirtschaftlicher Flächen verloren – das entspricht mehr als fünfmal der Fläche des Saarlandes.

Bereits 2002 hatte die Bundesregierung eine Netto-Null-Neuversiegelung von Böden als Ziel gesetzt – dennoch verbrauchen wir auch heute noch das Doppelte dessen, was für 2020 angestrebt war. Das sind schlechte Nachrichten für regionale Ernährungssicherung, biologische Lebensräume, Grundwasser-Neubildung und die lange Zeit unterschätzte klimatische Ausgleichsfunktion unserer Böden.

Fotoaktion zum Weltbodentag

Bürgerinitiativen, Naturschutzverbände, Bauernverbände und unabhängige Fachleute haben sich im Bundesbündnis Bodenschutz zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die fortschreitende Zerstörung unserer Lebensgrundlage Boden aktiv zu werden.

Deshalb schließen wir uns der Initiative des Bündnismitglieds  BUND LV Rheinland-Pfalz an und rufen zur Teilnahme an der Fotoaktion auf:

Fotografiert, wo auch immer wertvolle Flächen von Versiegelung bedroht sind, mit Schildern wie dem abgebildeten, schreibt dazu, wo es aufgenommen ist  und sendet es bis zum 1. Dezember an:  jenni.follmann@bund-rlp.de oder an info@bundesbuendnis-bodenschutz.de.  Die Fotos werden am Weltbodentag in den Sozialen Medien und im Lumbricus-Blog veröffentlicht.

Galerie – Photowettbewerb 2020

Eine Auswahl der eingereichten Bilder unseres Wettbewerbs. Wir bedanken uns bei den Teilnehmern, dass wir ihre Bilder hier zeigen dürfen. Die Bildrechte liegen bei den Bildautoren.

Frank Weber
Sabine Schwinn
Sabine Schwinn
Sabine Schwinn
Kirsten Heinrich
Kirsten Heinrich
Kirsten Heinrich
Uwe Liebe
Uwe Liebe
Klaus Hafner
Norbert Eimann
Sven Grüber
Sven Grüber
Sven Grüber

Der Boden unter unseren Füßen

Bericht über unseren „Aktionstag Bodenschutz“ am 19.09.2020

Über 30 Interessierte fanden sich zur Fahrradexkursion beim Aktionstag Bodenschutz des Vereins BI Breitwiesen ein. Nach Begrüßung durch die Vorsitzende, die auf die wichtigen Funktionen des Bodens, z. B. als Ernährungsgrundlage und für den Klimaschutz, hinwies, ging es in die Feldflur.

Auf ihren Äckern erklärten die Landwirte, u. a. Christoph Schröder, Art und Verwendung der Feldfrüchte. Stefan Müller erläuterte sehr anschaulich, dass seine effektivsten Mitarbeiter unter der Erdoberfläche arbeiten – „nur gegen Kost und Logis“. Gemeint waren die unzähligen Mikroorganismen, die dafür sorgen, dass fruchtbarer Humus gebildet wird. „Dadurch ist weiteres Pflanzenwachstum möglich und die Erde wird vor Erosion geschützt“, so Müller. Erforderlich sei dazu, dass er seinen „Mitarbeitern“ Futter durch geeignete Bepflanzung, sog. Zwischensaaten, gibt.

Eindrucksvoll zeigte Diplom-Mineraloge Ludwig Meitzler anhand einer Grabung sowie einer Bodenprobe die einzelnen Bodenschichten. Er erklärte, weshalb es Rostflecken in der Erde gibt und erläuterte die Wichtigkeit der vielen Höhlen und Gänge der Kleinlebewesen, die zur Lockerung der Böden beitragen. Die Teilnehmer konnten mit ihren Händen die unterschiedlichen Bodenschichten im Grabungsloch erspüren, u.a. den feuchten Pseudogley.

„Der Boden unter unseren Füßen ist das Produkt Jahrtausende währender Prozesse. Jeder Boden ist aufgrund seiner individuellen Entwicklung einmalig und schon gar nicht kurzfristig zu ersetzen“, so Meitzler wörtlich. „Die Bildung einer nur 1 cm dicken Bodenschicht braucht ca. 200 Jahre und erfordert, dass das Wechselspiel zwischen geologischem Ausgangsmaterial, Bodenlebewesen, Klima und Pflanzenbewuchs optimal abläuft, “ ergänzte der Mineraloge. Diplom-Biologe Siegfried Demuth vom BUND machte deutlich, wie wichtig die zahlreichen Bakterien und Kleinlebewesen für die Erfüllung der Bodenfunktionen sind und diese wiederum für uns Menschen. Aus Sicht des Naturschutzes ist der Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen unverzichtbar, auch wenn zunächst noch konventionell bewirtschaftet. Denn eine letztlich anzustrebende ökologische Bewirtschaftung benötigt unverbaute Flächen.

Fritz Pfrang und Karl Bär vom Bauernverband betonten die Tiefgründigkeit der Böden auf den Breitwiesen, wo Wasser besser gespeichert wird, als anderswo. „ Dies wird in Zukunft wichtiger sein als die Art des Bodens, besonders in Trockenperioden, so Pfrang. „Menschen haben sich immer dort angesiedelt, wo es die besten Böden gibt“. Diese Böden liegen wie ein Gürtel um die Städte, so dass eine Ausdehnung der Siedlungsfläche meist fruchtbare Böden zerstört.

„Der rasante Abtrag der wertvollsten obersten Bodenschichten für Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsflächen gerade in dicht besiedelten Gebieten ist nicht reparierbar“, ergänzte Ludwig Meitzler.

Alle Beteiligten waren sich einig: Boden ist für Klimaschutz und regionale Versorgung unverzichtbar.

Zum Zeichen der Wichtigkeit des Bodens stellt die BI „gelbe Stelen“ zur Verfügung mit der Aufschrift
Boden schützen – Breitwiesen.eu

Die Stelen werden auf Wunsch geliefert. Ingrid Hagenbruch, Karl Bär – Vorsitzende

06201/ 58284

Erdüberlastungstag

„Wir leben auf Pump“
Fast unbeachtet in den regionalen Medien verstrich am 22.08.2020 der „Erdüberlastungstag“. An diesem Tag waren rechnerisch alle natürlichen Ressourcen, die für 2020 bestimmt waren, aufgebraucht – Rohstoffe, Ackerflächen, Boden. Ab jetzt leben wir auf Pump und verbrauchen mehr , als reproduzierbar ist. Das Gleichgewicht ist längst nicht mehr gegeben.
In Deutschland ist der Ressourcenverbrauch so dramatisch, dass man 3 Erden bräuchte, um die Bilanz ausgeglichen zu halten.
Eines der vordringlichsten Probleme dabei ist der stetige Verbrauch und die Zerstörung von Boden in seinen natürlichen Funktionen.
Klimaschutz ist nicht ohne Erhalt von Ackerland und Grünflächen zu haben, Boden ist die elementare Grundlage für unsere Ernährung, für klimatischen Ausgleich und einen funktionierenden Wasserhaushalt, Basis für Artenvielfalt und unsere Erholung.
Leider wird Boden, vor allem landwirtschaftliche Flächen, immer noch in vielen Gemeinden als leicht verfügbare Nutzfläche für Siedlung, Gewerbe und Verkehr gesehen. Das jüngste Beispiel in Hirschberg, wo weitere 10 ha landwirtschaftliche Fläche für ein Gewerbegebiet geopfert werden sollen, zeigt, dass immer noch Kommunen das Heil in Wachstum und Flächenverbrauch sehen. Wie schnell die Gewerbesteuer wegbrechen kann, war jedoch in den letzten Monaten festzustellen. Da hilft es nichts, schnell nach den nächsten Äckern zu greifen, das nächste Gewerbegebiet zu erschließen, Infrastruktur –und Folgekosten eines neuen Siedlungs-oder Gewerbegebiets bleiben langfristig bei der Gemeinde hängen.
Zur Rettung unseres Lebensraums braucht es sehr schnell eine Energiewende, eine Verkehrswende und ein Ende des Flächenverbrauchs. Es kann auf unserem endlichen Planeten kein unbegrenztes Wachstum geben. Wirtschaftliche Entwicklung, gesundes Wohnen ist auf den genutzten und bebauten Flächen möglich. Wir sollten mit besiedelten Flächen haushalten- mit Flächenrecycling und besserer Nutzung von Wohnraum und Gewerbeflächen zu einer nachhaltigen Flächenkreislaufwirtschaft kommen – und zwar jetzt. Für unsere Kinder und kommende Generationen. Wir haben nur eine Erde…
Ingrid Hagenbruch
Weitere Informationen :
www.bundesbuendnis-bodenschutz.de